Geschichte
Geschichte der Eiscreme

Im antiken China vermutet man die ersten geeisten Süßspeisen – chinesische Herrscher hatten große Eislager anlegen lassen. In der europäischen Antike war aber auch schon dem Sorbet ähnliches Speiseeis bekannt. Ein griechischer Dichter namens Simonides von Keos beschreibt es als mit Früchten, Honig oder Rosenwasser aromatisierten Gletscherschnee.
Auch Alexander der Großen und Hippokrates liebten Speiseeis.
Zwischenzeitlich in Europa wohl in Vergessenheit geraten, brachten die Kreuzfahrer das Rezept für Scherbet, eine Mischung aus Fruchtsirup und Schnee, das die Araber wiederum aus China kannten, zurück.
Das erste Eiscafé eröffnete der Italiener Franceso Procopio di Cultelli, ein Koch Ludwigs XIV., 1660 in Paris. Um 1700 wurde Speiseeis auch in europäischen Kaffeehäusern bekannt. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts schließlich erfand ein französischer Koch am Hof des englischen Königs das Milcheis. Auch die Eisbombe stammt aus dieser Zeit.

Kurz darauf, und was sind schon die paar Jahre, ereignete sich in einer kleinen Stadt an der Westküste Schleswig-Holsteins folgendes:

Wir schreiben das Jahr 1927 - Firma Sass – im Wandel der Zeiten
„Den geehrten Einwohnern von Marne und Umgebung zur gepflegten Kenntnisnahme,daß ich mit dem morgigen Tage, Norderstraße 1,ein Zigarren-, Musik- und Schreibwarengeschäft eröffnet habe.
Es wird mein Bestreben sein, durch gute Bedienung und Verabreichung guter, reeller Ware mir Ihr Vertrauen zu erwerben und bitte Sie höflichst mein junges Unternehmen gütigst unterstützen zu wollen.“

Mit diesen höflichen Worten legten meine Großeltern, Franz und Emma Saß, geb. Ahrens, am 29. August 1927 den Grundstein einer kleinen, erfolgreichen Firmengeschichte in Marne.

Franz, gebürtiger Meldorfer, absolviert seine Ausbildung zum Berufsmusiker an der Orchesterschule in Neumünster mit Auszeichnung und eröffnete am 1.2.1921 das Musikergewerbe.

                             
Franz in Neumünster mit Klarinette mi.o..      Berufsmusikerkarte

Auch sein Vater Ernst Matthias, übrigens mit Regine, geb. Rommel verheiratet, war musikalisch. Mit der Zither, der 5. v.l.


1927 wurde das Musikergewerbe auf den Handel mit Zigarren, Musikwaren und Meiereiprodukten erweitert.
Während Emma, seine Frau, das Geschäft führte gab Franz Unterricht für Mandoline, Geige, Klarinette, Saxophon, Laute und andere Musikinstrumente und spielte auf vielen Veranstaltungen meist Klarinette oder Geige.
Franz und Emmas einziger Sohn Ernst wurde 1929 noch in der Norderstraße 1 geboren. Das Gebäude wurde im Rahmen der Abrissarbeiten der Firma Lutzkaat 2017 abgerissen.

1930 zogen die kleine Familie in die Königstraße 25 um.
Aus dem Gründungsgeschäft wurde 1935 ein „Tante Emma Laden“, in dem alle wichtigen Lebensmittel zu finden waren, die eine Familie brauchte. Auch frische Milchprodukte verkaufte Franz mit dem „1 PS“ Milchwagenbetrieb in Marne und Umgebung.
Das Pferd hieß übrigens Hans und kannte seine Tour genau.
Am Wochenende, meist am Sonntag, wollte Emma mit ihren Schwestern denn auch einmal eine kleine Fahrt mit der Gouvernesskarre, einer zweirädrigen Ausfahrkarre (auch Gieg genannt) machen.
Gemeinsam mit ihren Schwestern Dora und Erna wollten sie zur Strandhalle fahren und dort eine Tasse Kaffee trinken.
Als das Pferd jedoch in der Süderstraße ankam, hielt es plötzlich an. Die drei Damen waren zuerst verdutzt, dass das „dumme“ Tier nicht weiterfahren wollte. Mit aller Macht versuchten sie Hans anzutreiben. Dieser jedoch, getreulich seinem Marschbefehl von der Milchtour, bewegte sich keinen Zentimeter weiter. Im Gegenteil, er ging rückwärts.
Großes Gelächter der Anwohner. „Jüm mööt em anners um spannen“, war deren gut gemeinter Ratschlag, der die drei Frauen noch ärgerlicher werden ließ.
Erna griff sich „de Pietsch“ und zeigte „Hans“, wer das letzte Wort hatte. Dieser reagierte sofort und trabte hurtig an. Zu hurtig, denn Erna verpasste die Kutsche und durfte einige Zeit hinterherlaufen, bis ihre Schwestern den beleidigten Gaul zum stehen brachten.

Als das Gesetz gegen Doppelverdiener herauskam, entschieden sich die Eheleute für ihre Milchgeschäfte, denn „dat bruuk de Lüüd ümmer“.

Der zweite Weltkrieg kam und Franz musste auf Sardinien Lazaretwagen fahren. Nach Ende des Krieges nahm Franz seine Arbeit wieder auf und macht nebenbei wieder Musik.
Oft mit seinem Sohn Ernst, der Kaufmann wurde und Klavier spielen erlernt hatte.
1949 erwarben Ernst und seine Frau Thea Saß, geb. Martens eine Eismaschine und eröffneten das erste Eis-Café in Marne.
Ernst mit seiner Mutter Emma.
Neben dem „Tante Emma Laden“ wurde nun Speise-Eis aus eigener Herstellung verkauft und auch auf vielen Veranstaltungen waren sie mit einer mobilen Handkarre oder einer Zeltbude mit Eis und Süßigkeiten vertreten.
         
1959 wurde ich, ihr erster Sohn, Klaus Peter geboren. 1963 mein Bruder Jochen.
Franz machte immer noch Musik, z.B. mit Heinz Karnstedt, bei dem ich, Klaus Peter, 1973 Gitarre spielen lernte.
Bis 1973 fuhren Ernst und Franz täglich Milchwagen in und um Marne und versorgten viele Menschen mit den nötigsten frischen Lebensmitteln.


Thea und Emma sorgten im Geschäft dafür, dass alles vorrätig war und bedienten die Kunden aus Stadt und Land.
Übrigens stellte Thea auch das Eis her.
Nachdem Emma Saß, 1972 starb und der erste Supermarkt in Marne öffnete, wurde 1974 umgebaut zum „Eis Café Sass“.
Neben Eis- und Kaffeespezialitäten wurden nur noch Getränke, Spirituosen, Süßigkeiten und salziges Nachzeug verkauft.
1981 starb auch Franz nach einem erfüllten glücklichen Leben.
Anfang der 80er Jahre begannen meine Frau Brigitte, und ich, Klaus Peter, in dem Betrieb mit zuarbeiten.
Unsere Kinder Karsten und Stefanie kamen 1984 und 1986 zur Welt.
1992, im Alter von 59 Jahren starb meine liebe Mutter Thea.
1993 übergab mein Vater die Eisdiele an uns.

Nachdem Tankstellen vermehrt die Nebenverkaufsartikel anboten, haben wir diese aufgegeben und im Winter 1996/97 den vorerst letzten großen Umbau gemacht.
Im Nebenverkauf gibt es jetzt nur noch Gitarrensaiten und andere Verschleißartikel für Musiker und gebrauchte Instrumente oder Amps.
Damit führten wir den seit 1966 ruhenden Handel mit Musikwaren fort.

Im Winter 2010/11 investierten wir in eine neue Eisvitrine, mit der wir Ihnen unsere leckeren Eiskreationen noch besser präsentieren können.

            

2011 arbeitete unser Sohn Karsten fest in unserem Team.

Karsten mit unserem nostalgischen Eiswagen, den Sie auch mieten können.

Julian, Karstens Sohn, evtl. die 5. Generation?
                         Wer weiß das schon. Musikalisch ist er jedenfalls
                         und Eis mag er auch gern!

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Und es bleibt weiterhin unser Bestreben, durch gute Bedienung und gute, reelle Ware uns Ihr Vertrauen zu erwerben.

Ihre Familie Saß und Mitarbeiter